
Das Recht auf Ausbildung für jedermann
Das Ziel schwedischer Politik für Behinderte ist eine Gesellschaft, die es Behinderten ermöglicht, voll am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
So lautet die Essenz der Regierungsproposition aus dem Jahre 1999. Staat und Gemeinde sind für die Schulen Schwedens gemeinsam verantwortlich. Der Staat stellt nationale Ziele auf und überwacht, wie sie erfüllt werden.
Kristianstad wurde 1614 in Nordost-Schonen von König Christian IV von Dänemark als Festung im Krieg gegen Schweden angelegt. Christian gab der Stadt seinen Namen, und überall gibt es immer noch Zeichen aus der alten dänischen Zeit. Aus einer Garnisonsstadt ist Kristianstad ein bedeutendes Zentrum für Industrie, Handel und Ausbildung geworden. Kris
tianstad hat auch eine eigene Hochschule.
Heute ist die Stadt ein attraktives Einkaufszentrum mitten im Wasserreich von Kristianstad. Der Fluss
Helgeå bildet längs seinem Lauf eine einmalige Landschaft von grossem ökologischen Wert. Das Gebiet wurde in die Convention on Wetlands der UNESCO aufgenommen und bietet ein von Leben pulsierendes Naturmuseum an.
Die Schule1993 hat die Kommune Kristianstad eine gymnasiale Ausbildung für Jugendliche mit schweren Körperbehinderungen auf Reichsebene gestartet – „riksgymnasium“. Dieselbe Einrichtung gibt es auch in Stockholm, Göteborg und Umeå.
In Kristianstad wurde ausgewähltes Personal angestellt, das für bestmöglichste Voraussetzungen für die Gymnasialstudien der Schüler sorgt.
Das Riksgymnasium sieht die gymnasiale Zeit der Schüler als ein Ganzes: Schule, Wohnheim und Rehabilitierung.
Deshalb wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen den drei Einheiten geschaffen. Jeder Schüler ist Vorsitzender seines eigenen Teams, das aus Repräsentanten der Schule, des Wohnheims und der Rehabilitierung besteht. Die Repräsentanten des Teams treffen sich in verschiedenen Konstellationen, um zu garantieren, dass die Ausbildung optimalfunktioniert, dass die Zusammenarbeit inpraktischen Fragen wie z.B Hausaufgaben und Schülertransport reibungslos abläuft, und dass, in Zusammenarbeit mit den Schülern, möglichst gute Bedingungen für das Leben nach den Gymnasialstudien geschaffen werden.
Die Kommune Kristianstad ist Träger der Gymnasialausbildung an sechs verschiedenen Gymnasien. Jede Schule bietet verschiedene Programme an.
Als Sch
üler am Riksgymnasium kann man Kurse an Kristianstads sämtlichen Gymnasien wählen. Das Söderportgymnasium ist die Mutterschule für das Riksgymnasium. Die Schule wurde 1874 erbaut, und ist dezent an die hohen Erwartungen eines modernen Gymnasiums angepasst. Eine angenehme Mischung aus altem Baustil und moderner Technik machen das Söderportgymnasium zu einem effektiven Arbeitsplatz für ungefähr 1000 Schüler. Unseren Schülern bieten wir Räumlichkeiten für Rehabilitierung, speziell ausgerüstete Klassenzimmer,geräumige Sanitätsräume und gut funktionierende Allzweckzimmer an.
Bei Bedarf fahren unsere Minibusse die Schülerzu den jeweiligen Schulen. Die Busse sind ganz unseren Bedürfnissen angepasst, und nur sehr selten müssen wir öffentliche Fahrdienstein Anspruch nehmen.
Als Schüler am Riksgymnasium hat man die Möglichkeit, die Gruppengrösse selbst zu wählen. Fühlt man sich in einer normalgrossen Klasse (ca 25-30 Schüler) wohl, kann man hierintegriert teilnehmen – selbstverständlich mit voller Unterstützung unserer Assistenten.
Falls man ein ruhigeres Tempo in dem einen oderanderen Kurs bevorzugt, gibt es kleinere sogenannte Rh-Klassen mit vollem Zugang zu einem Abschlusszeugnis.
An dem Riksgymnasium bieten wir sämtliche nationale Programme an.
Wir profilieren uns mit einem äußerst angepassten Medien-Programm, wo man in kleineren Gruppen unterrichtet wird, aber weiterhin mit allen Möglichkeiten, einen vollständigen Abiturabschluss zu erlangen.
Die meisten unserer Schüler ziehen es vor, ihre Studienzeit bei uns mit einem Jahr auf vier Jahre zu verlängern. Die Zeit für Rehabilitierung wird in den Schulalltag integriert. Unter gewissen Bedingungen (z. B. bei längeren Krankheiten) kann ein fünftes Jahr in Anspruch genommen werden.
Jeder Schüler bekommt bei uns seinen individuellen Studienplan, der während der ganzen Studienzeit revidiert wird.
Studienberater, Studienleiter, Mentoren und Schulleiter beraten und unterstützen fortlaufend.
Wir legen besonderen Wert darauf, dass die Schülerimmer selbstständiger werden und eigene Verantwortung für ihre Studien zeigen.
Wir nennen unsere Assistenten Schülerassistenten. Bei uns bekommt jeder Assistenten, die den jeweiligen Schüler und seine Situation gut kennen. Zur Zeit haben wir mehr als 30 Assistenten, die unsere etwa 50 Schüler während der Schularbeit und in den Pausen betreuen.
Ein vollständiger Abiturabschluss führt zu einem Zeugnis laut nationalen Kriterien. Ein teilweiseerbrachter Abschluss führt zu einem nationalen Abschluss, aber mit Anlagen, die die Beschränkungen der Kurse beschreiben. Solche Kurse werden auch mit voller gymnasialer Punktzahl bewertet.
Für Kurse, in denen Studien auf einem individuellen Niveau durchgeführt wurden, bekommt der Schüler ein Studienzeugnis über abgeschlossene Kurse. Der Schüler kann also seine Studien an dem Riksgymnasium auf dreierlei Weise beenden:
- Abschlusszeugnis
- Notendokument
- Studienzeugnis
Die Heimkommunen der Schüler sind via
Abkommen mit der Kommune Kristianstad Kostenträger für Ausbildung und Assistenz. Die Kostenberechnung für die Assistenz erfolgt in erster Linie durch die Behörden des Riksgymnasiums, in zweiter Linie durch die SIT-Konsulenten und in dritter Linie durch die frühere Schule zusammen mit dem betroffenen Schüler.
Eine spezielle Gruppe an der Schule, „die Zukunftsgruppe“, plant zusammen mit den Schülern für die Zeit nach der Schule. Die Schüler erfahren, welche Möglichkeiten es gibt und welche Institutionen ihnen weiterhelfen können – auch nach der Schulzeit. Kontakte werden auch mit dem Arbeitsmarkt und dem Arbeitsamt aufgenommen. Universitäten und Hochschulen werden besucht, wie auch Volkshochschulen. Alle arbeiten wir zusammen, um die Ziele des Reichttags und der Regierung zu implementieren:
„Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben dieselben Rechte auf persönliche Entwicklung und Ausbildung wie alle anderen in der Gesellschaft.“
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